Diese Vertiefungsarbeit wird in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG) der Universität Freiburg, Prof. Dr. Hansjörg Schmid, angeboten.
Moscheen gehören heute zur religiösen und kulturellen Landschaft der Schweiz. Während sich die meisten der rund 250 muslimischen Gebetsräume in bestehenden Industrie-, Gewerbe- oder Verwaltungsbauten befinden und im öffentlichen Raum kaum wahrnehmbar sind, treten einzelne Moscheen durch ihre architektonische Gestaltung bewusst in Erscheinung. Kuppeln, Minarette, Fassadengestaltungen oder andere bauliche Merkmale verleihen diesen Gebäuden eine sichtbare Präsenz und machen sie zu Ausdrucksformen religiöser Identität und gesellschaftlicher Verankerung. Gleichzeitig spiegeln sie die Aushandlungsprozesse wider, die mit ihrer Entstehung verbunden sind: zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen den Bedürfnissen muslimischer Gemeinschaften und den räumlichen, politischen sowie gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihres Standorts.
Trotz ihrer Bedeutung wurden die architektonischen und städtebaulichen Qualitäten dieser Bauten bislang nur vereinzelt untersucht. Im Mittelpunkt öffentlicher und wissenschaftlicher Debatten standen häufig Fragen der Integration, der Organisationsformen muslimischer Gemeinschaften oder die politischen Auseinandersetzungen um sichtbare religiöse Architektur. Die Moscheen selbst als Bauwerke, ihre räumlichen Konzepte, ihre architektonische Ausdrucksweise und ihre Einbindung in den städtischen Kontext blieben hingegen weitgehend unbeachtet.
Ziel der Vertiefungsarbeit ist die Erarbeitung einer systematischen Dokumentation der äusserlich erkennbaren Moscheen in der Schweiz. Im Fokus stehen kurze architektonische Portraits der einzelnen Bauten, welche deren Entstehungsgeschichte, räumliche Organisation, architektonische Gestaltung und städtebauliche Einbettung beschreiben. Ergänzt durch fotografische Aufnahmen und die Analyse ausgewählter Gestaltungselemente soll untersucht werden, wie muslimische Gemeinschaften ihre religiösen und sozialen Bedürfnisse räumlich zum Ausdruck bringen und welche Rolle die Moscheen als Orte der Identifikation, Begegnung und gesellschaftlichen Sichtbarkeit einnehmen.
Die Arbeit umfasst insbesondere:
– Kurze textliche Portraits der äusserlich erkennbaren Moscheen in der Schweiz
– Recherche zur Entstehungs- und Nutzungsgeschichte der Bauten
– Dokumentation der architektonischen Gestaltung und räumlichen Organisation
– Analyse der städtebaulichen Positionierung und Einbindung ins Umfeld
– Fotografische Erfassung der Moscheen vor Ort
– Identifikation von Typologien, Gemeinsamkeiten und Unterschieden
– Einordnung der Moscheen als Bestandteil der zeitgenössischen Baukultur