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High-Tech for High-Tech

ZUM POTENZIAL DIGITALER FABRIKATIONSTECHNIKEN FÜR DIE INSTANDSETZUNG ARCHITEKTONISCHER INNOVATIONEN DER 1980ER JAHRE 

Doktorand: Matthias Brenner

Die Bauten der 1980er Jahre wurden bisher nur in einzelnen Fällen inventarisiert oder als Schutzobjekte diskutiert. Bei der Beschäftigung mit dem baulichen Erbe dieser Zeitschicht spielen neben den prominenten Strukturen der Postmoderne und des beginnenden Dekonstruktivismus vor allem Gebäude eine Rolle, die innovative Fassaden- und Tragkonstruktionen zeigen. Diese sind gemeinhin unter dem Begriff der «High-Tech Architektur» zusammengefasst, da ihr konzeptioneller Ansatz auf dem Einsatz der jeweils neusten Technologie basiert.

Die Verwendung industriell gefertigter Materialien und Bauteile, komplexer Fassadenelemente sowie mittlerweile oft veralteter Heiz- und Lüftungstechnik stellen die Denkmalpflege vor neue Herausforderungen. Aufgrund des im Vergleich mit der Gesamt-Lebensdauer eines Gebäudes schnellen Veraltens technischer Innovationen und dem daraus folgenden Ersatz, stellt sich die Frage nach einem gesamtheitlichen und angemessenen Umgang mit «High-Tech-Architektur». Um ihre technischen Sonderlösungen zu verstehen, ggf. weiterentwickeln, erhalten oder instand setzen zu können, erscheinen Forschungen sowohl im gestalterischen als auch im konstruktiv-technischen Bereich notwendig.

Das Dissertationsprojekt untersucht architektonische Innovationen der 1980er Jahre sowie Chancen des Einsatzes digitaler Fabrikationstechniken für deren Reparatur und Instandhaltung. Denkmaltheoretische Fragen bezüglich Authentizität und Angemessenheit sowie konstruktive Herausforderungen der Erhaltung und Implementierung neuer Reparaturtechniken werden ebenfalls diskutiert.