Vertiefungsarbeit HS21
Studierende: Alexandra Schwarz, Nadja Furler
Betreuung: Fabian Kastner
Die Gästezimmer der Schatzalp in Davos weisen eine aussergewöhnliche Vielfalt an Materialien auf, die aus unterschiedlichen Bau- und Umbauphasen resultiert. Ursprünglich als Sanatorium um 1900 errichtet, waren die Zimmer aus hygienischen Gründen einheitlich mit Linoleum und Holztäfer ausgestattet. Mit der Umnutzung zum Hotel sowie durch kontinuierliche Erneuerungen entstand über die Zeit ein vielschichtiges materielles Gefüge.
Im Zentrum der Arbeit steht die systematische Untersuchung dieser Materialvielfalt. Mittels einer visuellen und quantitativen Erhebung der Boden- und Wandmaterialien in den Gästezimmern werden deren Verteilung, Kombinationen und Typologien analysiert. Ziel ist es, Rückschlüsse auf Erneuerungszyklen, Bauphasen und den Anteil bauzeitlicher Materialien zu ziehen.
Die Analyse zeigt, dass sich aus der Überlagerung verschiedener Eingriffe eine grosse Diversität an Materialien und Kombinationen entwickelt hat, die sich räumlich und zeitlich bestimmten Umbauphasen zuordnen lässt. Dabei wird deutlich, dass insbesondere Bodenbeläge aufgrund ihrer kürzeren Lebensdauer häufiger ersetzt wurden, während Wandmaterialien teilweise länger erhalten blieben.
Ausgehend von dieser Grundlage untersucht die Arbeit mögliche zukünftige Entwicklungsstrategien im Umgang mit dem Bestand. Im Fokus steht die Frage, welche materiellen und immateriellen Verluste durch unterschiedliche Erneuerungsstrategien entstehen. Dabei werden Szenarien gegenübergestellt, die entweder auf langlebige Materialien und eine Annäherung an den ursprünglichen Charakter zielen oder auf kurzlebigere, stärker standardisierte Lösungen.