SYSTEMBAU IN DER SCHWEIZ – DIE POSTGARAGE BRIG VON HEIDI UND PETER WENGER UND TIHAMER KONCZ

Vertiefungsarbeit FS26
Studierender: Kevin Bellwalder
Betreuung: Adrian Pöllinger, Tiago Matthes

Die Architektur der Nachkriegszeit in Europa ist wesentlich durch seriell gefertigte Bauten aus
vorgefertigten Elementen geprägt. Auch in der Schweiz stellt der Systembau einen bedeutenden
Anteil des Baubestands der 1960er- und 1970er-Jahre dar und umfasst unterschiedliche Typologien
vom Wohnungsbau bis zu Infrastrukturprojekten.

Die zwischen 1966 und 1974 realisierte Postgarage Brig gilt als Schlüsselwerk der Architekten Heidi
und Peter Wenger und zugleich als exemplarisches Resultat der Zusammenarbeit zwischen Architekt
und Ingenieur. Grundlage des Entwurfs bildet ein 1963 patentiertes Bausystem des Ingenieurs
Tihamér Koncz: ein seriell vorgefertigtes Z-Faltwerk, dessen Betonelemente im Spannbett hergestellt
werden. Durch enge interdisziplinärer Kooperation wird das neue System erstmals in einen
architektonisch überzeugenden Entwurf überführt.

Thematisch untersucht die Arbeit die Postgarage Brig als Schnittstelle von architektonischem Entwurf,
ingenieurtechnischer Innovation und serieller Logik. Im Zentrum steht die Frage welche Rolle der
Ingenieur im architektonischen Diskurs zukommt und wie sich konstruktive Systeme auf
architektonische Gestaltung auswirken und umgekehrt architektonische Anforderungen technische
Entwicklungen prägen.

Neben umfassender Analyse des Bauwerks und seines Konstruktionssystems erfolgt eine Einordnung
in den Kontext des Systembaus. Dabei knüpft die Arbeit an die Publikation System & Serie –
Systembau in der Schweiz von ICOMOS Suisse an und erweitert diese um die bislang wenig
erforschte Tätigkeit von Tihamér Koncz.