Erinnerungskultur – eine Kooperation mit dem Strassenmagazin Surprise

Vertiefungsarbeit FS25
Studierende: Anna Galliker, Fabian Knellwolf, Dati Tran, Romina Züst
Betreuung: Silke Langenberg, Rolf Imseng

Anlässlich des 50‑jährigen Jubiläums des Europäischen Denkmalschutzjahres 1975 setzt sich die Arbeit im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Strassenmagazin Surprise mit Baukultur im Kontext von Erinnerungskultur und gesellschaftlicher Teilhabe auseinander. Im Zentrum steht die Frage, wer im Stadtbild sichtbar ist und wessen Erfahrungen Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses werden.

Die Publikation verbindet zwei komplementäre Beiträge von Studierenden: Während Orte des Ankommens (Anna Galliker, Romina Züst) Perspektiven auf individuell erlebte Räume der Ankunft untersucht, richtet Flüchtige Einrichtungen (Fabian Knellwolf, Dati Tran) den Blick auf temporäre und oft übersehene Infrastrukturen im Zusammenhang mit Migration und sozialer Ausgrenzung. Untersucht werden dabei Orte, die zentrale Funktionen der Orientierung, Versorgung und Integration übernehmen, im baukulturellen Diskurs jedoch meist unsichtbar bleiben oder nicht als erhaltenswert gelten.

Die Analyse zeigt, dass sich ihre Bedeutung weniger aus materieller Dauerhaftigkeit als aus individuellen Erfahrungen und Aneignungen ergibt. Orte des Ankommens und flüchtige Einrichtungen erweitern den klassischen Denkmalbegriff, indem sie gebaute Umwelt als Teil gegenwärtiger gesellschaftlicher Prozesse lesbar machen. Die Arbeit macht deutlich, dass Baukultur nicht nur im historischen Bestand verankert ist, sondern ebenso in provisorischen und sozial geprägten Räumen sichtbar wird, und schlägt damit ein erweitertes Verständnis von Denkmalschutz und baukultureller Praxis vor.

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