Dissertationsprojekt
Doktorandin: Salome Schepers
In der Schweiz, insbesondere im Raum Zürich, herrscht ein grosser Druck auf den Baubestand. Klimaziele, Wohnraumbedarf, Landschaftsschutz und das Streben nach ökonomischem Wachstum führen zu grossmassstäblichen Verdichtungsmassnahmen und Ersatzkampagnen. Während an den Architekturschulen die Frage nach Strategien des Weiterbauens lauter wird, fallen zeitgleich jüngere und jüngste Baubestände dem Abriss zum Opfer – oftmals bevor überhaupt bestimmt werden kann, welcher Bestand kulturell bedeutend ist und den nachfolgenden Generationen erhalten bleiben soll.
Während die Bestände der Postmoderne sowie der High-Tech Architektur in den letzten Jahren in Bezug auf ihren denkmalpflegerischen Wert aufgearbeitet wurden, stellt sich insbesondere im Fokus auf den Deutschschweizer Kontext die Frage, welchen jüngeren bedeutsamen Architekturströmungen Beachtung geschenkt werden sollte.
Die Dissertation untersucht den ab 1987 in der Deutschschweiz entstandenen Baubestand auf seine Bedeutung hinsichtlich der von Miroslav Šik begründeten und an der ETH Zürich gelehrten Analogen bzw. Altneuen Architektur. Ausgehend von der Annahme, dass die Analoge Entwurfsmethode bis heute nachhallt, geht die Arbeit zwei Fragen nach: Einerseits versucht sie anhand eines Inventars aufzuzeigen, wie die Absicht der Analogen Entwurfslehre – eine poetische Mischung von Altem und Neuem – ins Bauwerk übersetzt wurde und diskutiert die Herausforderungen einer denkmalpflegerischen Bewertung dieser noch jungen Bestände; Andererseits soll überprüft werden, inwieweit die von Šiks Entwurfsmethode geprägten Architektinnen und Architekten wichtige Projekte im Bestand realisiert haben.