Übersehene Akteure der Vorfabrikation

Gastvortrag von Adrian Pöllinger im Rahmen der Vorlesungsreihe «Future Monuments».

Das Werk Jean Prouvés gilt als beispielhaft für vorfabrizierte Leichtbauten der Moderne. Seine zahlreichen ausgeführten Projekte stehen für ein Höchstmass an gestalterischer Kontrolle über den Entwurfs- und Produktionsprozess. In Prouvés Ateliers in Maxéville entstehen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Dutzende Prototypen und Serienprodukte, die auf Baustellen in ganz Frankreich geliefert werden. Die anschliessende Montage wird in der Rezeption meist in ihrer inszenierten Form reproduziert: die vorfabrizierten Elemente fügen sich scheinbar wie Puzzleteile zusammen, und innerhalb weniger Stunden entstehen ganze Gebäude. Der Vortrag richtet den Blick auf die tatsächlichen Montageprozesse und die dabei oft übersehenen Akteure. Am Beispiel einer ländlichen Schule aus den 1950er Jahren zeigt sich, welche gestaltende Rolle Monteure auf der Baustelle einnehmen konnten und welche Konflikte im Kontext der Vorfabrikation zwischen industriellen Bauweisen und lokalem Handwerk ausgetragen wurden.

Datum
13. November 2026, 11:45 Uhr.

Ort
HIL E 4, Campus Hönggerberg, ETH Zürich

Veranstaltet von der Professur Konstruktionserbe und Denkmalpflege