Werbekampagne zur Vermittlung von Baukultur in der Schweiz
Die Kampagne «Vielfalt ist unser Erbe – La diversité est notre patrimoine – La diversità è il nostro patrimonio» wurde anlässlich des 60-jährigen Jubiläums von ICOMOS Suisse von Studierenden des Departements Architektur der ETH Zürich entwickelt. Sie entstand im Rahmen einer Vertiefungsarbeit und wurde für die Umsetzung durch die Professur für Konstruktionserbe und Denkmalpflege weiterentwickelt.
Im Zentrum steht die Frage, wie Baukultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die gebaute Umwelt den Alltag prägt, jedoch oft erst bei Konflikten in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rückt. Ziel ist es, ein Bewusstsein für den Wert des gebauten Erbes zu schaffen und ICOMOS Suisse als Vermittlerin von Baukultur sichtbar zu machen.

Das Konzept basiert auf der sprachlichen und kulturellen Vielfalt der Schweiz. Unterschiedliche Begriffe aus den Landessprachen und Dialekten werden mit entsprechenden Bauwerken aus verschiedenen Regionen kombiniert und visuell gegenübergestellt. Sprache und Architektur werden dabei als parallele kulturelle Ausdrucksformen verstanden – historisch gewachsen, geografisch geprägt und identitätsstiftend. Die Gegenüberstellungen sind als klar lesbare Bildpaare bzw. Vierergruppen angelegt und funktionieren ohne erklärenden Text. Durch die Kombination mehrerer Motive wird das Prinzip der Vielfalt unmittelbar erfahrbar gemacht und in unterschiedlichen Kontexten wiederholbar eingesetzt.

Ein zentraler Aspekt der Kampagne ist es, Denkmalschutz nicht als Einschränkung, sondern als Anerkennung von Vielfalt zu vermitteln. Statt mit Verlustargumenten zu arbeiten, zeigt sie die bestehende kulturelle Diversität der Schweiz als gelebte Realität und als gemeinsames Erbe.
Die Kampagne ist als modulares System konzipiert und umfasst eine Serie von Plakaten, Postkarten sowie digitale Anwendungen. Die aktuelle Auswahl besteht aus drei Vierergruppen und wurde anlässlich der Mitgliederversammlung von ICOMOS Suisse als Postkartenset produziert und verteilt. Die Serie ist erweiterbar und kann um weitere Typologien und Bauelemente ergänzt werden, um zusätzliche Regionen und sprachliche Kontexte abzubilden. Die Kampagne übersetzt damit ein abstraktes Thema in eine visuelle Logik, die im öffentlichen Raum schnell erfassbar ist und Baukultur als selbstverständlichen Teil des Alltags sichtbar macht.

Entwurf Kampagne (Vertiefungsarbeit HS 2025)
Anna Maria Essig, Jos Auf der Maur, José Häni Ivorra, Leandro Gregorio, Timothy Furrer
Weiterentwicklung Kampagne
Silke Langenberg, Rolf Imseng
Projektpartner
ICOMOS Suisse
Beratung Grafik
Ivan Sterzinger, Huber/Sterzinger
Druck
Gremper AG
Bildrechte
Bundeshaus, Bern – Ank Kumar, Wikimedia Commons (CC)
Casa Portico, Moghegno – Zeljko Gataric / Stiftung Ferien im Baudenkmal
Cathédrale de Lausanne, Lausanne – Dominik Gehl
Chesa Sulai, S-chanf – Zeljko Gataric / Stiftung Ferien im Baudenkmal
Chiesa di San Giovanni Battista, Mogno – Wikimedia Commons, User: Monster4711 (CC)
Église St. Nicolas, Hérémence – Rolf Imseng
Haus Alder, Zürich – Valentin Jeck
Jesuitenkirche, Luzern – AURA / Luzern Tourismus
Kunsthaus Zürich, Zürich – Vincent Hech
Maison d’hôtes Les Platanes, Veytaux – Zeljko Gataric / Stiftung Ferien im Baudenkmal
Berner Münster, Bern – Bern Welcome / Swissôtel Kursaal Bern
Walliserhaus, Zermatt – pixabay, anonymer User (CC)