Freitagsforum Denkmalpflege 2026

Denkmal(pflege) – Privileg oder Zumutung?

Denkmäler sind Zeugen unserer Geschichte. Sie erzählen uns von vergangenen Zeiten, von früheren Besitzerinnen und Nutzern und den jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Umständen und Herausforderungen. Sie sind herausragende Beispiele unseres baukulturellen Erbes und werden von Generation zu Generation weitergegeben, manchmal privat, manchmal gesamtgesellschaftlich. Sie zu pflegen, zu entwickeln und in die Zukunft zu tragen ist zweifelsohne ein Privileg. Gleichzeitig kann sich der kostenintensive Unterhalt, strenge Auflagen bei Umbauten oder das langwierige Finden einer passenden Neunutzung zuweilen wie eine Zumutung anfühlen. Im Jahr 2026 widmet sich das Freitagsforum Denkmalpflege diesem Spannungsfeld aus verschiedenen Perspektiven: Von privaten und genossenschaftlichen Eigentümerschaften über Investorinnen und Immobilienbewertern bis hin zu denen, die Denkmäler beruflich pflegen.

Das Freitagsforum Denkmalpflege ist eine gemeinsame Veranstaltung der ETH Zürich und der Universität Bern in Kooperation mit ICOMOS Suisse, der Konferenz der Schweizer Denkmalpfleger*Innen, dem Arbeitskreis Denkmalpflege, der Gesellschaft für Ingenieurbaukunst und dem ETH Material Hub.

Unterstützt durch das Bundesamt für Kultur.

Nächste Veranstaltung:

IMMOBILIENBEWERTUNG UND DENKMAL –
Podiumsdiskussion mit Niels Lehmann, Simon Berger, Caroline Schweisgut und Sr. Annemarie Müller

Datum: 06. März 2026, 16:15 Uhr; anschliessend Apéro
Ort: Semperaula, ETH Zürich Campus Zentrum, Rämistrasse 101, 8006 Zürich

Das Dominikanerinnenkloster Ilanz wurde 1865 gegründet und prägte über Jahrzehnte das religiöse, soziale und wirtschaftliche Leben der Surselva. Bildung, Spitalbetrieb, Landwirtschaft und Fürsorge machten das Kloster zu einem wichtigen Akteur im Tal. Ende der 1960er-Jahre liessen sich die Ilanzer Dominikanerinnen ein neues Mutterhaus bauen: 1969 entstand am Hang über Ilanz nach Plänen von Walter Moser ein kraftvoll modernistisches Gebäude, das durch Einfachheit, Klarheit und die Auseinandersetzung mit der Landschaft besticht. Gut fünfzig Jahre später steht das Kloster an einem Wendepunkt. Die Gemeinschaft der rund 60 verbliebenen Schwestern gestaltet die Weiternutzung des Gebäudes aktiv und reflektiert dabei die Balance zwischen Erhalt, Transformation und neuen Nutzungsmöglichkeiten.

Zum Einstieg gibt Niels Lehmann (Cor, Zürich) eine Einführung in Geschichte, Architektur und aktuelle Fragestellungen rund um das Kloster Ilanz. Anschliessend bringt Simon Berger (Denkmalpflege Graubünden) die Perspektive der kantonalen Denkmalpflege ein und beleuchtet die Herausforderungen im Spannungsfeld von Schutzanspruch, Bewertung und Weiterentwicklung.
In der anschliessenden Podiumsrunde, moderiert von Silke Langenberg, sprechen Caroline Schweisgut (Geschäftsführerin Kloster Ilanz) und Sr. Annemarie Müller (Generalpriorin und Stiftungsratspräsidentin Kloster Ilanz) gemeinsam mit den Referenten über konkrete Rahmenbedingungen, Entscheidungsprozesse und Zukunftsperspektiven. Im Zentrum stehen Fragen der Immobilienbewertung, der Verantwortung gegenüber einem jungen Baudenkmal sowie die Aushandlung zwischen ideellen, kulturellen und wirtschaftlichen Werten.

Eine Anmeldung ist erwünscht, aber nicht verpflichtend. Die Veranstaltung wird aus technischen Gründen nicht online übertragen oder aufgezeichnet.